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Blausäure

Blausäure, auch Cyanwasserstoff genannt, ist farblos bis leicht gelblich. Sie ist brennbar, wasserlöslich und verflüchtigt sich als Gas schnell. Typisch für die Säure ist der Geruch nach Bittermandel oder ein marzipanartiger Geruch. Der Name rührt von der Gewinnung aus dem Berliner Blau, einem natürlichen Pigment, her. Sie ist hochgiftig, sowohl über die Einnahme als auch das Einatmen. Da ein erheblicher Teil der Bevölkerung, etwa dreißig bis fünfzig Prozent, den Geruch gar nicht wahrnehmen kann, ist besondere Vorsicht beim Umgang mit ihr geboten.

Wie wird Blausäure gewonnen?

Am einfachsten wird Blausäure durch das Zerstoßen von bitteren Mandeln, der Kerne von Kirschen, Pflaumen, Aprikosen oder Pfirsichen und anschließendes Verrühren mit Wasser gewonnen.

Blausäure findet man auch in Kirschkernen

Blausäure findet man auch in Kirschkernen

Industrielle Nutzung der Blausäure

Heutzutage wird Blausäure in der Industrie und im Bergbau verwendet, um Chlorcyan, Cyanurchlorid, Aminosäuren, Natriumcyanid und weitere Derivate herzustellen. Auch zum Auslaugen von Gold wird sie verwendet. Aus Cyanurchlorid werden zum Beispiel Pflanzenschutzmittel synthetisiert. Man kann sie ohne Probleme mit Wasser und auch mit Ethanol beliebig mischen. Sie ist, fachlich ausgedrückt, beliebig mischbar. Ihre Verwendung ist vielseitig. In gasförmigen Zuständen wird sie im sogenannten Vorratsschutz als spezielles Begasungsmittel, zum Beispiel in Schiffen oder Speichern angewendet. In der chemischen Industrie spielt sie ebenfalls eine sehr wichtige Rolle. Hier wird sie zur Herstellung wichtiger Arzneimittel verwendet. Außerdem werden mit ihrer Hilfe auch zusätzlich noch Düngemittel, Farben, Lacke, Pflanzenschutzmittel und Desinfektionsmittel hergestellt. Auch bei der Herstellung von bestimmten Futtermitteln und anderer Chemikalien, zum Beispiel den Zyaniden wird sie benötigt. Legal kann man weder Blausäure noch Zyankali bzw. Zyankalikapseln kaufen.

Toxische Wirkung

Zyankali ist das Kaliumsalz der Blausäure. Der Cyanid-Wirkstoff wird meistens als Kaliumcyanid (“Zyankali-Kapseln”) oder als ein anderes Salz der Blausäure, zum Beispiel Natriumcyanid) verwendet. Zerbeißt man eine solche Kapsel oder verschluckt sie, entfaltet sich die toxische Wirkung beim Auflösen des Zyankalis und Freisetzung der Cyanid-Ionen. Die Symptome für das Zyankali als auch für die Blausäure sind dieselben:

 

Symptome
Atemnot
Bittermandelgeruch der Ausatemluft
Kopfschmerzen
Schwindel
Erbrechen
Krämpfe
Ohnmacht
rosige Hautfarbe

Die hauptsächliche Giftwirkung besteht in der Blockade der Sauerstoff-Bindungsstelle durch eine unumkehrbare Bindung des Zyanids an das zentrale Eisen(II)-Ion des Häm-a3-Kofaktors in der Cytochrom-c-Oxidase der Atmungskette in den Mitochondrien der Zelle. Dadurch können die Zellen keinen Sauerstoff mehr aufnehmen und transportieren. Der Vergiftete atmet dadurch schneller und kann somit durch die Luft noch mehr von dem Gift aufnehmen.